ChatGPT Ads Schweiz für KMU: Was gilt und wie Sie selbst schalten

Eine blaue Münze steht hochkant vor einer weissen Parkuhr, daneben liegt eine zweite weisse Münze auf hellem Untergrund

Seit Montag, dem 24. August 2026, zeigt ChatGPT auch in der Schweiz Werbung an, sichtbar nur für Konten im Gratis-Abo und im Go-Abo. Selbst schalten können Schweizer Unternehmen diese Anzeigen inzwischen ebenfalls: Der Ads Manager ist für die Schweiz freigeschaltet, und Kampagnen lassen sich aus einem Schweizer Konto heraus anlegen. Wir haben das am 01.09.2026 im eingeloggten Werbekonto von Carigiet GEO auf ads.openai.com selbst geprüft. Der Umweg über das Ads Solutions Team von OpenAI und über Agentur- und Technologiepartner ist damit nicht mehr nötig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Start und Sichtbarkeit: Anzeigen laufen in der Schweiz seit dem 24. August 2026, sichtbar nur im Gratis-Abo und im Go-Abo. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei.
  • Selbstbuchung: Schweizer Firmen können selbst schalten. Der Ads Manager ist für die Schweiz offen, von uns am 01.09.2026 im eingeloggten Konto geprüft.
  • Personalisierung: Personalisierte Anzeigen sind in der Schweiz zum Start nicht verfügbar. Für die Auswahl zählen laut OpenAI das Thema des laufenden Gesprächs sowie einfacher Kontext wie ungefährer Standort und Sprache.
  • Vor der ersten Kampagne: Die Verifizierung erfolgt manuell, und Kampagnen liefern erst aus, wenn Abrechnung und Rechnungsprofil vollständig hinterlegt und geprüft sind.
  • Werbekonto: Land, Währung und Zeitzone werden bei der Kontoeröffnung auf ads.openai.com gesetzt und lassen sich danach nicht mehr ändern.
  • Preise: Für die Schweiz sind keine Preise publiziert. OpenAI legt das Mindest-Tagesbudget pro Land fest; die Schweiz steht in dieser Tabelle noch nicht.
  • Anzeige oder Empfehlung: Die Anzeige steht unter der Antwort und ist keine Empfehlung. In einer Auswertung von 50’006 kommerziellen Prompts erschienen Werbetreibende nur bei 3,63 Prozent der Platzierungen auch als zitierte Quelle in der Antwort.

Was seit dem 24. August 2026 in der Schweiz gilt

ChatGPT blendet in der Schweiz seit dem 24. August 2026 gekennzeichnete Anzeigen ein. OpenAI hatte die Ausweitung am 18.08.2026 angekündigt und eine Woche später auf 31 europäische Märkte ausgerollt, die Schweiz eingeschlossen. Weltweit läuft das Programm damit in rund 40 Märkten; gestartet war es am 09.02.2026 als Test in den USA.

Wer die Anzeigen sieht, ist eng eingegrenzt. Betroffen sind das Gratis-Abo und das günstige Go-Abo. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, und Konten von Personen unter 18 Jahren sehen ebenfalls keine Werbung.

Die Anzeige erscheint unterhalb der Antwort, als gesponsert gekennzeichnet und optisch von der Antwort abgesetzt. Vier weitere Einschränkungen stehen in der Dokumentation von OpenAI und sind für die Planung relevant:

  • In temporären Chats erscheinen keine Anzeigen.
  • Im Browser ChatGPT Atlas erscheinen während der Testphase keine Anzeigen.
  • In der Nähe sensibler oder regulierter Themen, etwa persönliche Gesundheit, mentale Gesundheit und Politik, werden keine Anzeigen ausgespielt; politische Werbung ist derzeit nicht zugelassen.
  • Auch im Gratis-Abo gibt es eine werbefreie Variante mit tieferen Nutzungslimiten.

Alle diese Punkte stehen im Hilfeartikel «Ads in ChatGPT» von OpenAI.

ChatGPT-Antwort auf eine Kaufberatungsfrage, darunter abgesetzt eine als gesponsert gekennzeichnete Anzeigenkarte
So sieht die Anzeige im Schweizer Gratis-Konto aus: gekennzeichnet, unterhalb der Antwort und optisch von ihr getrennt. Screenshot: ChatGPT, geprüft am 30.08.2026.

ChatGPT Ads in der Schweiz: Status, Datum, was gilt

StatusDatumWas gilt
Programmstart als Test in den USA09.02.2026Erste Anzeigen in ChatGPT, zunächst nur im US-Markt (OpenAI Help Center)
Ankündigung der Europa-Ausweitung18.08.202631 europäische Märkte, die Schweiz in der Länderliste des Help Centers (OpenAI)
Anzeigen live in der Schweiz24.08.2026Nur Gratis-Abo und Go-Abo; Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei
Personalisierte Anzeigen in der Schweizkein Termin«Personalized ads are not initially available in the European Economic Area (EEA) or Switzerland» (OpenAI Help Center)
Selbstbuchung in der Schweiz angekündigt04.09.2026Hinweis im Onboarding des eingeloggten Ads Managers, von uns am 30.08.2026 gelesen
Selbstbuchung in der Schweiz offengeprüft am 01.09.2026Die Schweiz steht in der Länderliste auf «Available», und im eingeloggten Konto lässt sich eine Kampagne anlegen: früher als angekündigt

Können Schweizer KMU ChatGPT Ads selbst schalten?

Ja. Der Ads Manager ist für die Schweiz offen, und zwar früher als angekündigt.

In der Europa-Ankündigung vom 18.08.2026 stand dazu nur, der Zugang laufe zunächst über Agentur- und Technologiepartner, der Ads Manager folge später. Das Onboarding des eingeloggten Kontos nannte danach den 4. September als Starttermin. Tatsächlich stand die Schweiz schon am 01.09.2026 im Hilfeartikel «Ads Manager Availability» auf «Available», und im eingeloggten Konto führt das Onboarding ohne Ländersperre direkt in die Kampagnenerstellung.

Länderliste des Ads Managers: Die Schweiz steht wie die übrigen Länder auf «Available»
Am 01.09.2026 steht die Schweiz in der Länderliste auf «Available». Screenshot: OpenAI Help Center, «Ads Manager Availability», geprüft am 01.09.2026.

Was das für die Planung heisst

Kontofreischaltung und laufende Anzeige sind zwei verschiedene Dinge. Die Verifizierung erfolgt manuell, und Kampagnen können erst ausliefern, wenn Abrechnung und Rechnungsprofil vollständig hinterlegt und geprüft sind. Wer heute startet, richtet also zuerst das Konto ein und wartet auf die Freigabe, statt sofort zu schalten.

Was OpenAI für die Schweiz weiterhin nicht publiziert, ist ein Preis. Dazu unten mehr.

Warum die Anzeigen in der Schweiz nicht personalisiert sind

Das ist der Punkt, der die Schweiz von den amerikanischen Fallstudien trennt. OpenAI hält im Hilfeartikel «Ads in ChatGPT» wörtlich fest: «Personalized ads are not initially available in the European Economic Area (EEA) or Switzerland.»

Für die Auswahl einer Anzeige bleibt damit übrig, was OpenAI selbst aufzählt: das Thema des laufenden Gesprächs sowie einfacher Kontext wie ungefährer Standort und Sprache. Weg fällt die verhaltensbasierte Ansprache: kein Chatverlauf, kein Gedächtnis, keine Interessenprofile, keine Wiederansprache früherer Besucher.

In der Schweiz bleiben Gesprächsthema, ungefährer Standort und Sprache; Chatverlauf, Gedächtnis und Profile fallen weg
Drei Signale bleiben, vier fallen weg. Schematische Darstellung von Carigiet GEO auf Basis des Hilfeartikels «Ads in ChatGPT», Stand 30.08.2026.

In den USA ist personalisierte Werbung der Standardfall. In Europa stützt OpenAI die Personalisierung auf die ausdrückliche Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer. Für Schweizer Nutzer ist die Startkonfiguration damit die zurückhaltendste, die OpenAI bisher ausgerollt hat.

Zwei weitere Auswahlsignale, Gerätetyp und Tageszeit, kursieren in Sekundärquellen. In der Liste der Signale, die OpenAI für die Anzeigenauswahl nennt, stehen sie nicht, und wir führen sie deshalb nicht als gesichert. Auf Kampagnenebene steuerbar ist dagegen die Plattform: iOS-App, Android-App oder Web.

Für die Planung eines Schweizer KMU hat das drei praktische Folgen:

  • Was in amerikanischen Fallstudien über Zielgruppenaufbau und Retargeting steht, gilt für Schweizer Kampagnen zum Start nicht.
  • Eigene Kundenlisten lassen sich zwar hochladen, brauchen aber laut OpenAI mindestens 25’000 gematchte Nutzerinnen und Nutzer, bevor sie eingesetzt werden können. Für einen Betrieb mit 11 bis 50 Mitarbeitenden ist diese Schwelle praktisch unerreichbar.
  • Die Steuerung läuft über Themenhinweise, nicht über Keywords mit exakter Übereinstimmung. OpenAI schreibt dazu: «These hints help guide ad matching, but they are not exact-match keywords and do not guarantee delivery in specific conversations.»

Was ein Schweizer KMU jetzt tun kann

Der Umweg über das Ads Solutions Team von OpenAI und über Agentur- und Technologiepartner entfällt. Für einen Betrieb mit vierstelligem Monatsbudget war er ohnehin keine Option. Offen ist jetzt der direkte Weg, und er beginnt trotzdem mit Vorbereitung.

Vor der ersten KampagneIn der Kampagne selbst
Konto auf ads.openai.com eröffnen und verifizieren lassenAus einem Schweizer Konto selbst eine Kampagne starten
Verifizierungs- und Abrechnungsunterlagen hinterlegenAnzeigen ohne Agentur- oder Technologiepartner ausspielen
Conversion-Messung und Landingpage aufsetzenMit den eigenen Klickpreisen aus dem Konto rechnen
Prüfen, ob die Firma in den relevanten Antworten heute schon empfohlen wirdNachfragedaten pro Gesprächsthema auswerten

Konto eröffnen, verifizieren, abrechnen

Kontofreischaltung und laufende Anzeige sind zwei verschiedene Dinge. Für die Einrichtung verlangt OpenAI den rechtlichen Firmennamen, die Website, das Logo und die Branche, dazu Land, Währung und Zeitzone des Kontos sowie ein Rechnungsprofil mit Geschäftsadresse und Rechnungs-E-Mail-Adresse und eine Kreditkarte. Die Verifizierung erfolgt manuell, und Kampagnen können nicht ausliefern, bevor die Abrechnung vollständig eingerichtet und verifiziert ist. Wichtig für die Buchhaltung: Land, Währung und Zeitzone lassen sich nach der Bestätigung nicht mehr ändern. Die Details stehen in der Anleitung zur Kontoeinrichtung.

Was der Ads Manager kann

Der Ablauf umfasst drei Schritte: Kampagne mit Budget und Ziel anlegen, Anzeigendetails einzeln oder als Sammelimport erfassen, starten und anhand der Zahlen optimieren.

An Funktionen nennt OpenAI in der Europa-Ankündigung die Abrechnung nach Einblendungen (CPM) und nach Klicks (CPC), Conversion-Optimierung, geografisches Targeting, eigene Zielgruppenlisten, ein Mess-Pixel, eine Schnittstelle für Conversion-Daten und Anbindungen für Drittanbieter-Messung. Gewählt wird das Targeting auf Länderebene; Orte darunter, etwa Regionen oder Postleitzahlen, sind nur in einzelnen Ländern verfügbar. Bei den Zielgruppenlisten gilt der Vorbehalt von oben: unter 25’000 gematchten Personen läuft nichts.

Was ChatGPT Ads in der Schweiz kosten

Publizierte Preise gibt es für die Schweiz nicht. Wer Ihnen heute einen Frankenbetrag pro Klick nennt, rät. OpenAI legt das Mindest-Tagesbudget pro Land fest und führt es in der Anleitung zur Kampagnenerstellung als Tabelle: 25 US-Dollar für die USA, 15 Pfund für Grossbritannien, 25 kanadische Dollar für Kanada, 725 Rupien für Indien. Die Schweiz steht in dieser Tabelle noch nicht. Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI in der Advertiser-Hilfe ein Höchstgebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Beides gilt für andere Märkte und ist nicht auf die Schweiz übertragbar: Die Schweiz ist offen, hat aber keinen publizierten Wert.

LandMindest-Tagesbudget pro Kampagne
USA25 US-Dollar
Grossbritannien15 Pfund
Kanada25 kanadische Dollar
Indien725 Rupien
Schweizkeine Angabe, nicht in der Tabelle (Stand 01.09.2026)

Quelle: OpenAI Help Center, Anleitung zur Kampagnenerstellung, abgerufen am 01.09.2026.

Eine Frage entscheidet für manche Firma über den Zeitpunkt: ob der Sitz des werbenden Unternehmens zählt oder das Land, in dem geworben werden soll. Die Dokumentation trennt beides. Das Land des Werbekontos wird bei der Kontoeröffnung für das Unternehmen gesetzt und lässt sich danach nicht mehr ändern; Rechnungsadresse und Zahlungsmittel müssen dazu passen. Wo die Anzeigen erscheinen, wird davon getrennt pro Kampagne gewählt. Für die Freischaltung schreibt OpenAI «access depends on your country», also das Land des Kontos. Als ein Satz zur Berechtigung steht das nirgends; die Aussage ergibt sich aus drei Hilfeartikeln.

Anzeige oder Empfehlung: Was Sie kaufen und was nicht

Die Anzeige kauft den Platz unter der Antwort. Die Antwort selbst ist nicht verkäuflich, und diese Verwechslung wird in den nächsten Monaten am meisten Geld kosten.

Wenn jemand ChatGPT fragt, welcher Treuhänder, welche Software oder welcher Dienstleister passt, nennt das Modell Anbieter in der Antwort. Diese Nennung lässt sich nicht kaufen. OpenAI hält beides ausdrücklich fest: «Ads do not influence ChatGPT’s answers. Ads run on separate systems from our chat model, and advertisers have no ability to shape, rank, or alter ChatGPT’s responses.» Und: «Ads are paid placements, and seeing an ad doesn’t mean OpenAI endorses or recommends the advertiser or its products or services.»

Technisch ist das plausibel. Anzeigenauslieferung und Antwortmodell sind getrennte Systeme, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten entscheiden; aus 25 Jahren Softwareentwicklung heraus ist das die naheliegende Bauweise. Belegt ist sie damit nicht. Es bleibt eine erklärte, nicht extern auditierte Aussage von OpenAI, und eine Koalition von 42 US-Generalstaatsanwälten untersucht seit Juni 2026 unter anderem die Werbe- und Datenpraktiken des Unternehmens.

Das konkrete Bild sieht so aus: In der Antwort werden zwei Ihrer Wettbewerber genannt. Darunter steht Ihre bezahlte Anzeige. Der Leser sieht beides und weiss, was davon Ratschlag ist und was Inserat.

Zwei Mitbewerber stehen in der Antwort, die eigene Firma nur in der gesponserten Karte darunter
Oben die Antwort, die niemand kaufen kann, darunter der Platz, den man mietet. Schematische Darstellung von Carigiet GEO, Stand 30.08.2026.

Wie weit die beiden auseinanderliegen, zeigt eine unabhängige Auswertung. SE Ranking analysierte 50’006 kommerzielle Prompts über 20 Branchen im US-Markt, publiziert am 11.08.2026. Search Engine Land fasst drei Befunde zusammen:

  • Auf 25,94 Prozent der kommerziellen Prompts erschien eine Anzeige.
  • 14,35 Prozent der Anzeigen hatten keinen thematischen Bezug zum Prompt.
  • Werbetreibende erschienen nur bei 3,63 Prozent der Platzierungen auch als zitierte Quelle in der Antwort selbst.

Im Google AI Mode liegt dieser Anteil bei 11,53 Prozent, wie MediaPost aus derselben Auswertung berichtet.

Die Studie hat Grenzen: Sie deckt nur den US-Markt ab, der Datensatz enthielt lediglich 1’159 verschiedene Werbetreibende, und eine einzige Vergleichsplattform stellte mehr als 13 Prozent aller Anzeigen. Die Richtung ist trotzdem deutlich. Warum es in ChatGPT ohnehin keine Rangliste gibt, die man kaufen könnte, haben wir in einem eigenen Beitrag zum Ranking in ChatGPT erklärt.

Werbetreibende als zitierte Quelle: ChatGPT 3,63 Prozent, Google AI Mode 11,53 Prozent der Platzierungen
Nur bei 3,63 Prozent der Platzierungen erschien der Werbetreibende auch als zitierte Quelle in der Antwort. Quelle: SE Ranking, 50'006 kommerzielle Prompts im US-Markt, publiziert am 11.08.2026.

Werbung ist Miete. Sie wirkt, solange Budget läuft, und sie endet mit dem Budget. Die Nennung in der Antwort muss man sich mit Substanz erarbeiten, mit überprüfbaren Angaben, klarer Positionierung und Quellen, die die Systeme finden und ernst nehmen. Was das konkret umfasst, steht in unserer Übersicht zur ChatGPT-Optimierung. Dafür wirkt diese Nennung auch in Wochen, in denen kein Franken Werbebudget läuft, und sie wirkt bei allen Nutzern, auch bei den zahlenden, die nie eine Anzeige sehen.

Wann sich ein Test lohnt und wann nicht

Bevor ein Franken fliesst, müssen drei Dinge stehen. Erstens die Messung: Conversion-Tracking und Mess-Pixel sind eingerichtet, denn die Daten sind der eigentliche Grund für den Test. Zweitens eine konkrete Kauffrage mit passender Landingpage, kein Awareness-Budget. Drittens die Standortbestimmung: Prüfen Sie vorher, ob Ihre Firma in den relevanten Antworten heute schon empfohlen wird. Wer schon drinsteht, wartet.

Zur Grössenordnung: Für die Schweiz steht in der Länder-Tabelle von OpenAI noch kein Mindest-Tagesbudget. Nimmt man den US-Wert von 25 US-Dollar pro Tag als Orientierung, ergeben vier Wochen ein Testbudget im mittleren dreistelligen Frankenbereich, mit fixem Enddatum und einem vorab definierten Abbruchkriterium. Ein Jahresbudget auf einem Kanal ohne Preisdaten bleibt eine Wette.

Dafür spricht ein Test:

  • Lancierungen und zeitkritische Angebote. Nennungen in KI-Antworten bauen sich über Monate auf, eine Anzeige ist sofort da. Wie lange dieser Aufbau dauert, haben wir an anderer Stelle mit Zahlen hinterlegt.
  • Noch keine Präsenz in den Antworten. Wer in den relevanten Kauffragen heute nicht vorkommt, kann Werbung als Brücke nutzen, bis die eigene Substanz greift.
  • E-Commerce mit sauberem Tracking. Wo Klick, Warenkorb und Kauf messbar sind, lässt sich der Kanal nüchtern gegen Google und Meta rechnen.
  • Nachfragedaten. Der am meisten unterschätzte Grund, dazu unten mehr.

Dagegen spricht ein Test in diesen Fällen:

  • Sie werden bereits empfohlen. Dann bezahlen Sie für einen Platz unterhalb einer Antwort, in der Sie schon stehen. Wie Sie das in 30 Minuten selbst prüfen, haben wir Schritt für Schritt beschrieben.
  • Kein Tracking. Ohne Pixel und Conversion-Messung wissen Sie nach drei Monaten nur, was Sie ausgegeben haben.
  • Kleines Budget bei unbekannten Preisen. Ohne Schweizer Klickpreise lässt sich nicht rechnen, ob der Kanal günstiger liefert als Google oder Meta.

Ein ehrlicher Befund aus unseren Gesprächen gehört dazu: Seit dem Start am 24. August hat uns kein einziges Schweizer KMU eine Frage zu ChatGPT Ads gestellt. Das Thema kommt höchstens als Randbemerkung, sinngemäss «jetzt kommt ja Werbung in ChatGPT, das wird wohl auch bei uns ein Thema». Unsere Antwort darauf ist jedes Mal dieselbe: Die Anzeige steht unter der Antwort und läuft, solange Budget läuft. Entscheidend bleibt, ob Sie in der Antwort selbst genannt und empfohlen werden, und daran ändert die Werbung nichts.

Der Datenpunkt, den ein Werbekonto liefert

Für Kauffragen in KI-Assistenten gibt es kein Gegenstück zum Keyword-Planer aus der Google-Welt. Niemand weiss verlässlich, wie oft welche Kauffrage in ChatGPT gestellt wird, und ein offizielles Instrument dafür existiert nicht.

Ein Werbekonto ändert das zum ersten Mal. Wer Kampagnen auf Gesprächsthemen schaltet, sieht Zahlen aus dem System selbst: Einblendungen, Klicks und Conversions pro Thema. Schon ein kleines Testbudget beantwortet damit eine Frage, die bisher niemand seriös beantworten konnte, nämlich wie viele Ihrer Käufer die KI fragen, bevor sie Sie kontaktieren. Wer den Kanal nur dafür nutzt, hat ihn nicht verschwendet.

Eine Grenze gehört dazu: Werbetreibende sehen nicht, welche Prompts ihre Anzeige ausgelöst haben. Die Auswertung bleibt auf der Ebene des Themas, nicht der einzelnen Frage. Aggregierte Leistungszahlen bekommen Werbetreibende, also Einblendungen und Klicks; Chats, Verläufe, Gedächtnisinhalte und persönliche Daten der Nutzerinnen und Nutzer bekommen sie nicht.

Was Werbetreibende sehenWas sie nicht sehen
Einblendungen und Klicks je GesprächsthemaDie einzelne Frage, die die Anzeige ausgelöst hat
Conversions aus der eigenen MessungChats und Gesprächsverläufe
Aggregierte Leistungszahlen der KampagneGedächtnisinhalte und persönliche Daten der Nutzerinnen und Nutzer

Quelle: OpenAI Help Center, «Ads in ChatGPT», abgerufen am 30.08.2026.

Was das für die Messung von KI-Sichtbarkeit bedeutet

Im Gratis-Abo gibt es seit dem 24. August zwei Arten von Präsenz: die bezahlte Anzeige unter der Antwort und die Nennung in der Antwort. Eine Messung, die beides vermischt, lässt sich mit Budget schönen.

In den Messungen von Carigiet GEO zählt deshalb nur, wen das Modell in der Antwort selbst nennt und empfiehlt. Gemessen wird auf den echten Oberflächen, die Ihre Käufer sehen, und bezahlte Platzierungen werden getrennt ausgewiesen. Konkret läuft das über rund 50 Käuferfragen pro Leistungsbereich, täglich geprüft auf den relevanten KI-Systemen, darunter ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und AI Mode, Gemini, Copilot und Claude, mit wöchentlichem Vergleich. Die Methodik dahinter ist offengelegt: wie sich KI-Sichtbarkeit verlässlich messen lässt. Öffentlich einsehbar ist auch der Schweizer KI-Empfehlungsindex, der monatlich misst, welche Schweizer Anbieter die grossen KI-Assistenten auf echte Käuferfragen nennen.

Das war schon vor dem 24. August der richtige Ansatz. Seit dem Werbestart ist er die Voraussetzung dafür, dass die Zahlen überhaupt etwas bedeuten.

Was der Werbestart über den Wert von KI-Antworten sagt

OpenAI hat der Aufmerksamkeit in KI-Antworten einen Preis gegeben. Dass ein Unternehmen diese Fläche verkauft, bestätigt, was sie wert ist.

Die Schweizer Nachfrage dahinter ist messbar. Laut dem IGEM-Digimonitor 2026, publiziert am 25.08.2026, nutzen 80 Prozent der internetnutzenden Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren KI-Werkzeuge; ChatGPT ist mit 67 Prozent die meistgenutzte Plattform. Für die Einkaufsberatung erreichen KI-Plattformen 39 Prozent und liegen damit fast gleichauf mit YouTube (40 Prozent) und vor Social Media (36 Prozent). Erhoben hat die Zahlen Intervista im Auftrag von IGEM und WEMF bei 1’957 Personen zwischen März und April 2026.

Einkaufsberatung in der Schweiz: YouTube 40 Prozent, KI-Plattformen 39 Prozent, Social Media 36 Prozent
Für die Einkaufsberatung erreichen KI-Plattformen 39 Prozent, fast gleichauf mit YouTube und vor Social Media. Quelle: IGEM-Digimonitor 2026, Erhebung von Intervista bei 1'957 Personen, publiziert am 25.08.2026.

Genau dort, in der Einkaufsberatung, wird jetzt Werbefläche verkauft.

Offenlegung in eigener Sache: Carigiet GEO verkauft keine Werbung und schaltet keine Kampagnen. Wir verdienen an einem ChatGPT-Werbebudget nichts. Wir sorgen dafür, dass Firmen in der Antwort selbst vorkommen, und messen täglich, ob es passiert. Kaufen lässt sich der Rand der Antwort. Die Mitte bleibt verdient.

Häufige Fragen

Wer sieht in der Schweiz Werbung in ChatGPT?

Werbung sehen nur Konten im Gratis-Abo und im Go-Abo. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, Konten von Personen unter 18 Jahren sehen keine Anzeigen, und in temporären Chats erscheinen ebenfalls keine.

Sind die Anzeigen in der Schweiz personalisiert?

Nein. OpenAI hält fest, dass personalisierte Anzeigen in der Schweiz zunächst nicht verfügbar sind. Für die Auswahl zählen das Thema des laufenden Gesprächs sowie ungefährer Standort und Sprache, nicht der Chatverlauf und nicht das Gedächtnis.

Kann ich als Schweizer KMU Anzeigen in ChatGPT selbst schalten?

Ja. Der Ads Manager ist für die Schweiz offen, geprüft am 01.09.2026 im eingeloggten Konto. Angekündigt war der 4. September, freigeschaltet wurde früher. Der Zugang über das Ads Solutions Team von OpenAI und über Agentur- und Technologiepartner ist damit nicht mehr nötig.

Was kostet Werbung in ChatGPT in der Schweiz?

Für die Schweiz sind keine Preise publiziert. OpenAI legt das Mindest-Tagesbudget pro Land fest; die Schweiz steht in dieser Tabelle noch nicht. Belegt sind Werte für bereits offene Märkte, etwa 25 US-Dollar pro Tag für die USA, dazu eine Empfehlung von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick bei CPC-Kampagnen. Diese Beträge sind nicht auf den Schweizer Markt übertragbar.

Beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT?

Laut OpenAI nicht. Anzeigen laufen nach Angaben des Unternehmens auf getrennten Systemen, und Werbetreibende können Antworten weder formen noch umsortieren. Diese Aussage ist erklärt, aber nicht extern auditiert.

Sehen Werbetreibende meine Chats?

Nein. Werbetreibende erhalten aggregierte, nicht identifizierende Leistungszahlen wie Einblendungen und Klicks. Chats, Verläufe, Gedächtnisinhalte und persönliche Daten erhalten sie nicht.

Lohnt sich ein Testbudget für ein KMU mit 20 Mitarbeitenden?

Erst wenn drei Dinge stehen: Conversion-Messung, eine konkrete Kauffrage mit passender Landingpage und die Gewissheit, dass die Firma in den relevanten Antworten heute noch nicht empfohlen wird. Fehlt eines davon, ist das Budget besser in die eigene Substanz investiert.

Bevor Sie über ein Werbebudget entscheiden

Prüfen Sie zuerst, ob ChatGPT Ihre Firma heute schon empfiehlt. Wer nicht vorkommt, weiss nach der Prüfung wenigstens, wie gross die Lücke ist.

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Über den Autor

Matthias Carigiet

Matthias Carigiet

Gründer Carigiet GEO · Herausgeber des Schweizer KI-Empfehlungsindex

Matthias Carigiet ist Gründer von Carigiet GEO und Herausgeber des Schweizer KI-Empfehlungsindex. Der Index misst monatlich, welche Schweizer Anbieter ChatGPT, Claude, Copilot, AI Overviews und Perplexity auf echte Käuferfragen empfehlen; im Mandat sorgt er als Mandatsleiter dafür, dass Unternehmen aus dem Schweizer Mittelstand in diesen Antworten empfohlen werden. Sein Hintergrund: 25 Jahre Software-Engineering, seit 2026 ausschliesslich Generative Engine Optimization (GEO).

  • Gründer Carigiet GEO
  • Schweizer KI-Empfehlungsindex
  • Generative Engine Optimization (GEO)
  • Raum Zürich

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